|     www.gern-nw.de
Freitag · 30 | 09 | 2016
 
Schriftgröße
 

 

 

Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie)

Die Magnetresonanztomographie - auch Kernspintomographie genannt - ist ein diagnostisches Bildgebungsverfahren, bei dem in der Wechselwirkung von Magnet- und Hochfrequenzfeldern die magnetische Eigenschaft von Wasserstoffatomen (der Mensch besteht zu ca. 80% aus Wasser !) für die Erzeugung von Bildern aller Körperregionen genutzt wird. Dabei lassen sich Aufnahmen in jeder beliebigen Raumebene und mit unterschiedlicher physikalischer Aussagekraft herstellen.

Vor allem hinsichtlich der Erkennung und Interpretation von Krankheitsprozessen in Gehirn, Wirbelsäule und Körperweichteilen bietet die MRT gegenüber röntgenologischen Verfahren wesentliche Vorteile
( => Indikationsliste).


Der Untersuchungsablauf

Kurzinfo

Vertragen sich Metall
und Magnet?

Bei Ihrem ersten Besuch der MR-Abteilung sollten Sie schriftlich auf dem angebotenen "Patienten-Informationsblatt" und sicherheitshalber auch noch einmal mündlich mitteilen, ob Sie eine Prothese, chirurgische Clips, metallische Implantate oder andere Metallobjekte wie z.B. Granatsplitter im Körper haben. Der Arzt wird dann im Einzelfall entscheiden, ob die Untersuchung dennoch sinnvoll und gefahrlos durchführbar ist.

Unser Patienten-Informationsblatt können Sie sich gerne an Ihrem PC ausdrucken und bereits teilweise oder ganz ausgefüllt zu Ihrem Untersuchungstermin mitbringen.

Nachdem Sie aus der Umkleidekabine kommen – die Assistentin sagt Ihnen, welche Bekleidung Sie im Untersuchungsraum anbehalten können – werden Sie gebeten, sich auf den Untersuchungstisch zu legen. Die für die Bildgebung benötigten Spulen werden angeschlossen, im Falle einer erforderlichen Kontrastmittelgabe wird eine Plastikkanüle in eine Armvene eingebracht und mit dem Injektor verbunden.

Da die mechanischen Kraftwirkungen der elektromagnetischen Wechselfelder laute Klopfgeräusche bewirken, erhalten Sie Kopfhörer, über die Sie auch Musik Ihrer Wahl einspielen lassen können (bei Untersuchungen des Kopfes leider nicht möglich). Die Öffnung des Magneten, in den Sie nun hineinbewegt werden, ist aus physikalischen Gründen relativ eng. Extrem korpulente Menschen können unter Umständen nicht in den Magneten eingebracht werden.

Die Magnetresonanztomographie ist keine risikoreiche
oder gar gefährliche Untersuchung:
Platzangst relativiert sich meist, wenn Sie den beleuchteten Raum, das moderne Gerätedesign und den Blickkontakt zum Bedienpersonal (auch in liegender Position über Spiegel möglich !) wahrnehmen; außerdem können Sie nötigenfalls auch während der Untersuchung mittels eines akustischen Signals durch Drücken eines in die Hand gelegten Bällchens die Untersuchung abbrechen.

Wenn die Platzangst dennoch unüberwindbar sein sollte, kann der Arzt auch vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel verabreichen; dies setzt allerdings die Anwesenheit einer erwachsenen Begleitperson für den Nachhauseweg voraus.

Von entscheidender Bedeutung für die Untersuchungsqualität ist es, dass Sie sich während des Ablaufs der Messungen nicht bewegen. Die Untersuchungsdauer hängt von der Fragestellung ab und verlängert sich natürlich, wenn Messungen z.B. wegen Patientenunruhe wiederholt werden müssen; selten dauert eine Kernspintomographie länger als 20 Minuten.


 

In unserer Praxis arbeiten wir mit einem hochwertigen 1,5 Tesla Kernspintomographiegerät mit Quantumgradienten. Dieses liefert hochwertige Bilder von allen Gelenken, der gesamten Wirbelsäule, vom Kopf, vom Hals, vom Bauchraum, aber auch von den Blutgefäßen des Körpers.

So können z.B. die Gefäße des Beckens und der Beine ohne Kathetereingriff, d.h. unblutig und ohne belastenden Eingriff, in exzellenter Qualität dargestellt werden.

[ Sie sehen auf dem Foto Mitarbeiter der Praxis. ]



Kontraindikationen: Wann ist eine Kernspintomographie nicht durchführbar?

Die Methode kann in vielen Situationen zum Einsatz kommen, in denen die Anwendung von Röntgenstrahlung nicht oder allenfalls in Notsituationen erlaubt ist, etwa in der Schwangerschaft oder bei Unverträglichkeit von jodhaltigen Kontrastmitteln. Wegen der starken Magnetfelder können freilich Probleme bei elektromagnetisch betriebenen Geräten oder magnetisierbaren Metallen in bestimmten kritischen Körperteilen auftreten.

Aus diesen Gründen kann die Magnetresonanztomographie nicht durchgeführt werden:

  • bei Patienten mit Herzschrittmacher und anderen elektromagnetisch betriebenen Implantaten
    (z.B. Defibrillatoren, Insulinpumpen, Cochlearimplantaten)
  • bei eisenhaltigen Operationsclips in Gehirn oder Rückenmark
  • bei Metallsplittern an manchen Körperstellen (etwa im Auge)

In Zweifelsfällen stehen wir gerne für Rückfragen zur Verfügung!



Patientenvorbereitung: Was ist vorher zu berücksichtigen?

Die MRT setzt keine besonderen Vorbereitungsmaßnahmen voraus, Sie müssen in aller Regel auch nicht nüchtern zur Untersuchung kommen (auf Ausnahmen bei speziellen Darmuntersuchungen werden Sie ggf. bei der Anmeldung hingewiesen).

Metallteile, die durch das in der MR-Bildgebung verwandte starke Magnetfeld angezogen bzw. beschädigt werden, sollten zu Hause gelassen oder dem MR-Personal zur Aufbewahrung gegeben werden. Hierzu zählen vor allem Geldstücke, Kreditkarten, Schlüssel, Armbanduhr, Haarklemmen, Taschenmesser usw.

Auch sollten Sie sicherstellen, dass sich keine nennenswerten Mengen an Metallpartikeln (z.B. Augen-Makeup !) oder Metallsplitter (z.B.Rückstände bei der Metallverarbeitung) auf der Haut befinden.



Kontrastmittel

Die bei der Kernspintomographie ganz überwiegend eingesetzten paramagnetischen Kontrastmittel werden ausgezeichnet vertragen – auch von Patienten, die auf jodhaltige Röntgenkontrastmittel allergisch reagieren. Unverträglichkeitsreaktionen sind eine extreme Seltenheit.


Die wichtigsten Anwendungen

Kernspintomographie bei Gelenk- und Wirbelsäulenproblemen: Die meisten Probleme können mit dieser nicht-belastenden Methode exakt abgeklärt werden. Orthopäden oder Unfallchirurgen erhalten präzise Hinweise,
ob eine z. B. arthroskopische Operation notwendig bzw. unter einer Nutzen/Risiko-Abwägung gerechtfertigt ist.

Bildbeispiele:

 


HWS sagittal, T2w-TSE:
Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule


Knie koronar, fettgesättigte PDw:
Riss des Innenmeniskus



Schulter parakoronar,
fettgesättigte PDw:
Ruptur der Rotatoren-
sehnenmanschette



Kernspintomographie bei neurologischen Erkrankungen

Bei Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Nerven ist die Kernspintomographie heute meist als Methode der Wahl bereits am Anfang der diagnostischen Abklärung einzusetzen. Dies gilt ganz besonders für:
  • Frühphasen des Schlaganfalls
  • die multiple Sklerose
  • Tumore des Gehörnervs (Akustikusneurinom) und seiner Umgebung
  • Tumore der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)
  • neurodegenerative Erkrankungen (SAE und andere Formen der Demenz)
  • Erkrankungen des Rückenmarks
Ausnahmen: Schädel-Hirn-Traumatisierte sowie Patienten mit frischer Hirnblutung oder knöchernen Schädelbasisinfiltrationen von Hirntumoren werden besser primär mit der Computertomographie untersucht
(=> Indikationsliste CT/MR).

  Schädel sagittal T1w mit Kontrastmittel:
Meningeom-Rezidiv mit intra- und extrakranieller Ausbreitung


MR – Angiographie (MRA)

Leistungsstarke moderne Kernspintomographen ermöglichen heute Gefäßdarstellungen, die bislang nur mit invasiven Kathetertechniken auf röntgenologischem Wege zu erzielen waren. Bei der MR-Angiographie besteht kein Risiko für Gefäßverletzungen, Nachblutungen oder Blutergüsse, ein stationärer Aufenthalt ist nicht erforderlich.

Haupteinsatzbereiche sind:
  • Hals- und Hirngefäße zur Abklärung einer abnormen Gefäßaussackung (Aneurysma) oder von Verschlüssen und Verengungen (Stenosen) bei Schlaganfall-Patienten.
  • Schulter- und Armgefäße zur Abklärung von Abklemmungen oder Stenosen.
  • Bauchschlagader zur Abklärung eines Aneurysmas oder hochgradiger atherosklerotischer Ablagerungen.
  • Nierenarterien zur Abklärung einer möglichen Stenose als Ursache für erhöhten Blutdruck.
  • Bauchgefäße in der arteriellen und venösen (z.B. Pfortader-Darstellung) Phase zur Beurteilung der Operabilität
    bei Verdacht auf Tumorinfiltrationen.
  • Becken- und Beingefäße zur Beurteilung der arteriellen Verschlusskrankheit.

  MR-Angiographie der Aortenbogenäste:
Verschluß der linken A.subclavia mit "subclavian-steal"-Phänomen


MR – Cholangiopankreatikographie (MRCP)

Methode zur bildgebenden Darstellung der Gallenwege und des Bauchspeicheldrüsenganges
ohne Einsatz von endoskopischen Instrumenten oder Kontrastmitteln.

MRCP
Wenn man mit einem zeitsparenden Aufenthalt alles Erforderliche einkaufen kann, spricht man neudeutsch vom One-stop-shopping. Mediziner verwenden diesen Ausdruck gerne, wenn es darum geht, alle wesentlichen Informationen zu einer Erkrankung mit einer einzigen Untersuchung zu ermitteln. Ein Paradebeispiel hierfür ist die Kernspintomographie bei der Diagnostik des Bauchspeicheldrüsenkarzinoms: neben der Sichtbarmachung des Tumors selbst lassen sich Gallenwege und Bauchspeicheldrüsengang mit etwaigen Gangabbrüchen oder Einengungen darstellen, ber auch vorhandene Infiltrationen in die arteriellen Gefäße oder das Pfortaderstromgebiet – die Entscheidung über eine mögliche Operabilität kann auf der Grundlage dieser einen Untersuchung gefällt werden.

 
 

Letzte Aktualisierung:
22.08.2016


Diese Seite zu den Favoriten hinzufügen [ Firefox, Opera, Google Chrome: STRG+D ]

© 2016 · steinweg.net